Brandschutzbeschichtungen für Holz, Metall und Beton
Brandschutzbeschichtungen sind ein zentraler Bestandteil des baulichen Brandschutzes. Sie werden eingesetzt, um die Feuerwiderstandsdauer von Holz-, Stahl- und Betonbauteilen im Brandfall deutlich zu erhöhen. Die hier angebotenen Brandschutzsysteme sind dämmschichtbildend (intumeszierend) und für den Einsatz im Innenbereich ausgelegt.
Im Brandfall reagieren diese Beschichtungen durch kontrolliertes Aufschäumen und bilden eine wärmedämmende Schutzschicht. Dadurch wird der Temperaturanstieg des jeweiligen Untergrunds verzögert und die Tragfähigkeit der Bauteile über einen definierten Zeitraum erhalten.
Stahlbrandschutz – Tragfähigkeit gezielt erhalten
Unbeschichteter Stahl verliert bereits bei Temperaturen ab ca. 500 °C einen Großteil seiner Tragfähigkeit. Dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtungen verzögern diesen Temperaturanstieg und ermöglichen die Erreichung von Feuerwiderstandsklassen wie R30, R60 oder höher.
Der Stahlbrandschutz erfolgt im systemkonformen Aufbau und besteht in der Regel aus:
- einer geeigneten Grundierung als Haft- und Korrosionsschutz
- einer dämmschichtbildenden Brandschutzbeschichtung
- optional einem Überzugslack zur farblichen Gestaltung oder zum zusätzlichen Oberflächenschutz
Holzbrandschutz – reduzierte Entflammbarkeit ohne Schulungspflicht
Holz ist ein brennbarer Baustoff und benötigt in vielen Anwendungsfällen einen zusätzlichen Brandschutz. Brandschutzbeschichtungen für Holz reduzieren die Entflammbarkeit und verlangsamen die Brandausbreitung. Je nach System sind transparente oder pigmentierte Ausführungen möglich, ohne die Holzoptik vollständig zu überdecken.
Für Brandschutzbeschichtungen auf Holzbauteilen besteht in der Regel keine Schulungspflicht. Die Verarbeitung kann gemäß den technischen Merkblättern und Vorgaben des Herstellers durchgeführt werden. Voraussetzung ist die Einhaltung der vorgegebenen Systemaufbauten und Schichtdicken.
Brandschutzbeschichtungen für Beton
Beton besitzt grundsätzlich eine hohe Feuerbeständigkeit. Dennoch können bei starker Hitzeentwicklung sowohl die Betonstruktur als auch der Bewehrungsstahl geschädigt werden. Spezielle Brandschutzbeschichtungen für Beton dienen dazu, die Erwärmung der Bewehrung zu verzögern und die Standsicherheit tragender Bauteile länger zu erhalten.
Der Einsatz erfolgt insbesondere bei Decken, Unterzügen, Stützen und Sonderkonstruktionen aus Stahlbeton im Innenbereich.
Schulungspflicht bei Stahl- und Betonsystemen
Die Verarbeitung von Brandschutzbeschichtungen auf Stahl- und Betonbauteilen unterliegt in vielen Fällen einer Schulungspflicht. Der Verarbeiter muss eine gültige Produktschulung nachweisen, um eine fachgerechte Anwendung sicherzustellen. Diese Vorgabe ist Bestandteil der jeweiligen Zulassungen und dient der Einhaltung der geforderten Brandschutzleistung.
Mengenermittlung – sicherheitsrelevant und objektbezogen
Die benötigte Beschichtungsmenge wird nicht pauschal festgelegt, sondern objektbezogen ermittelt. Maßgeblich sind unter anderem:
- das zu beschichtende Material (Holz, Stahl oder Beton)
- die Bauteilgeometrie bzw. der Profilfaktor
- die geforderte Feuerwiderstandsdauer
- der systemkonforme Schichtaufbau
Die korrekte Schichtdicke ist entscheidend für die Wirksamkeit des Brandschutzes. Unterschreitungen können dazu führen, dass der erforderliche Brandschutznachweis nicht erfüllt wird.
Typische Einsatzbereiche
- Stahlträger, Stahlstützen und Unterzüge
- Holzbalken, Holzdecken und Holzverkleidungen
- tragende Beton- und Stahlbetonkonstruktionen
- Industrie- und Gewerbebauten
- öffentliche Gebäude und Versammlungsstätten
- Sanierung und nachträglicher baulicher Brandschutz