2-Komponenten-Lack richtig verarbeiten – alle wichtigen Begriffe erklärt
| Schon der Name sagt es: Ein 2-Komponenten-Lack besteht aus zwei Teilen – dem Stammlack (Lack oder Farbe) und dem dazu passenden Härter. Erst durch das Mischen beider Komponenten reagiert der Lack chemisch aus und bildet eine harte, widerstandsfähige Oberfläche. Für ein gutes Ergebnis sind einige Punkte zu beachten, die in der Produktbeschreibung oder auf der Lackdose angegeben sind. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Begriffe verständlich. Wichtig: Immer zuerst die Produktbeschreibung oder das technische Merkblatt lesen – dort stehen alle produktspezifischen Angaben zu Härter, Mischungsverhältnis, Topfzeit und Verarbeitungsart. Worauf kommt es bei der Verarbeitung an?Diese sieben Punkte müssen Sie kennen, bevor Sie mit der Verarbeitung beginnen.
1. Welcher Härter gehört zum Lack?In der Produktbeschreibung – meist auch direkt auf der Lackdose – ist immer die genaue Bezeichnung des passenden Härters angegeben. Dieser muss zwingend verwendet werden. Niemals einen anderen Härter verwenden – ein falscher Härter führt zu schlechter Härtung, Haftungsproblemen oder kann den Lack zerstören. 2. MischungsverhältnisLack und Härter werden direkt vor der Verarbeitung in einem bestimmten Verhältnis gemischt. Dieses Verhältnis steht in der Produktbeschreibung oder auf der Dose. Beispiel: Mischungsverhältnis 5:1 nach Gewicht Praktisches Beispiel: Küchenwaage bereitstellen, leere Dose aufstellen → 500 g Lack einfüllen → 100 g Härter dazugeben → mindestens 1 Minute gründlich umrühren. Wenn das Verhältnis nach Volumen angegeben ist, wird mit einem Messbecher abgemessen statt gewogen. Gängige Mischungsverhältnisse:
3. VerarbeitungsviskositätDie Viskosität beschreibt die Zähflüssigkeit eines Lackes. Je höher der Wert, desto dickflüssiger – je niedriger, desto dünnflüssiger. Für das Spritzlackieren ist meist ein bestimmter Wert erforderlich. Beispielangabe in der Produktbeschreibung: Verarbeitungsviskosität beim Spritzen: 23 Sekunden / DIN 4 mm Zum Messen verwendet man einen Viskositätsmessbecher (auch Tauch-Auslaufbecher). Den Becher in die angemischte Farbe tauchen, herausziehen und die Zeit stoppen, bis er leer ist. Ist der Lack zu dickflüssig (läuft langsamer ab als angegeben), etwas passende Verdünnung zugeben, umrühren und erneut messen. Je nach Verarbeitungsart (streichen, spritzen, rollen, gießen) kann eine andere Viskosität erforderlich sein. In der Regel liegt die Verdünnungszugabe zwischen 0 und 20 %. 4. VerdünnungGenau wie beim Härter ist es wichtig, die richtige Verdünnung zu verwenden – nicht irgendeine. Die passende Verdünnung ist in der Produktbeschreibung und meist auf der Lackdose angegeben. Falsche Verdünner können das Lacksystem schädigen oder das Trocknungsverhalten verändern. 5. TopfzeitDie Topfzeit ist die Zeitspanne zwischen dem Anmischen des Lackes und dem Ende seiner Verarbeitbarkeit. Sie endet meist durch einen deutlichen Viskositätsanstieg – der Lack wird zu zäh zum Spritzen. Praxistipp: Immer nur so viel Lack anmischen, wie in einem Arbeitsgang verarbeitet werden kann. Nach Ablauf der Topfzeit keinen weiteren Härter zugeben – der Lack ist dann nicht mehr verwendbar. 6. VerarbeitungszeitManche Lacke haben neben der Topfzeit auch eine kürzere Verarbeitungszeit. Nur innerhalb dieser Zeit ist ein optimales Lackierergebnis möglich. Danach verschlechtert sich das Ergebnis – auch wenn der Lack optisch noch flüssig wirkt. Die genaue Zeit steht im technischen Merkblatt des jeweiligen Produktes. 7. Verarbeitungsart (Applikation)Jeder Lack ist für eine bestimmte Verarbeitungsart entwickelt. Das hat direkte Auswirkungen auf Trockenzeit, Viskosität und Ergebnis.
Wichtig: Einen Spritzlack nicht mit dem Pinsel verarbeiten – er trocknet zu schnell und lässt sich nicht gleichmäßig auftragen. Die Verarbeitungsart ist immer in der Produktbeschreibung angegeben. Haben Sie noch Fragen zur Verarbeitung? Unsere Fachberater helfen Ihnen gern bei der richtigen Produktwahl und Verarbeitungsfragen. E-Mail schreiben Anrufen |
Gute Erklärung auch für Laien
Ich streiche als Laie schon viele Jahre für mich ausreichend beriedigend Vieles an. Habe also schon einige Erfahrung. Jetz geht es um einen Kunststoffhandlauf aus den 60er Jahren, den ich (weil ursprünglich rot) wiederholt weiß streichen musste, weil der Handschweiß die Farbe angreift. Nach Information soll da der 2 Komponentenlack hefen. Mit der Erklärung bin ich entscheidend weiter gekommen. Danke