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Holzbrandschutz – Was Bauherren und Handwerker wissen müssen

 

Brandschutzbeschichtung für Holz – B2 zu B1

Holz brennt – das ist bekannt. Doch mit der richtigen Brandschutzbeschichtung lässt sich die Feuergefährlichkeit von Holzbauteilen deutlich reduzieren. Das schützt Menschenleben, erhält Werte und ermöglicht den Einsatz von Holz auch dort, wo Bauvorschriften besondere Anforderungen stellen.

Ratgeber  |  Brandschutz & Holz

Warum Holz im Brandfall ein Risiko ist

Holz ist ein brennbarer Baustoff und stellt eine kalkulierbare Brandlast in jedem Gebäude dar – das muss bereits in der Planung berücksichtigt werden. Im Brand bildet Holz eine Holzkohleschicht aus, die aufgrund ihrer geringeren Wärmeleitfähigkeit als Schutzschild wirkt.

Trotzdem reicht dieser natürliche Schutz für viele Anwendungsbereiche nicht aus. Unbehandelte Holz- und Holzwerkstoffe wie Vollholz, Brettschichtholz, OSB oder Sperrholz sind in der Regel als normalentflammbar (B2) eingestuft – für öffentliche Gebäude, Fluchtwege und Gewerbebau ist das oft zu wenig.

Wichtiger Hinweis: Eine Brandschutzbeschichtung verbessert die Baustoffklasse des Holzes – nicht dessen Feuerwiderstandsdauer als Bauteil. Wer F30 oder F60 benötigt, muss das über Bauteilgeometrie und Abbrandrate lösen.

Wie Brandschutzbeschichtungen funktionieren

Sogenannte Dämmschichtbildner sind der Kern moderner Holzbrandschutzsysteme. Sie sehen aus wie gewöhnliche Farbe und werden genauso verarbeitet – Pinsel, Rolle oder Airless-Spritzgerät. Ihre Schutzwirkung entfaltet sich erst im Brandfall:

1

Hitzeentwicklung

Ab ca. 200 °C reagiert die Beschichtung auf Feuereinwirkung

2

Schaumbildung

Ein stabiler Kohlenstoffschaum bildet sich – bis zu 50× dicker als der Anstrich

3

Schutzwirkung

Der Schaum isoliert das Holz und verlangsamt die Entzündung erheblich

Das Ergebnis: Das beschichtete Holzbauteil wird von B2 (normalentflammbar) auf B1 (schwerentflammbar) hochgestuft. In der Praxis bedeutet das mehr Zeit für die Evakuierung, weniger Brandausbreitung und die Erfüllung geltender Bauvorschriften.

Brandschutzklassen im Überblick

In Deutschland gelten zwei parallele Normsysteme: die ältere DIN 4102 und der europäische Standard DIN EN 13501-1. Beide werden in der Praxis verwendet:

Bezeichnung DIN EN 13501-1 DIN 4102 Typisch für
Schwerentflammbar B, C B1 Behandeltes Holz – Ziel der Beschichtung
Normalentflammbar D, E B2 Vollholz, OSB, Sperrholz (unbehandelt)
Leichtentflammbar F B3 Im Bauwesen grundsätzlich nicht zulässig

Das europäische System klassifiziert zusätzlich die Rauchentwicklung (s1 = wenig bis s3 = viel) und brennendes Abtropfen (d0 = kein Abtropfen). B-s1,d0 entspricht B1 nach DIN 4102.

Welches System für welchen Einsatz?

Die HENSOTHERM®-Produktlinie von Rudolf Hensel deckt die gängigsten Anforderungen ab. Bei lackundfarbe24.de führen wir die gesamte Systempalette:

HENSOTHERM® 1 KS Innen

B-s1,d0 · DIN 4102-1 B1 · transparent

  Transparent – Holzmaserung bleibt sichtbar

  Lösemittel- & formaldehydfrei, Non-VOC

  LEED-konform, Emissionsklasse A+

  Geeignet für Prallwände in Sporthallen

ⓘ  Überzugslack HENSOTOP 84 AF zwingend erforderlich

Zum Produkt+ HENSOTOP 84 AF
 

HENSOTHERM® 2 KS Innen weiß

B-s1,d0 · DIN 4102-1 B1 · deckend weiß

  Deckend weiß matt

  Überzug optional in RAL-Farbtönen möglich

  Non-VOC, frei von Halogenen & APEO

  LEED-konform, Emissionsklasse A+

 

Zum Produkt

HENSOTHERM® 2 KS Innen schwarz-anthrazit

B-s2,d0 · DIN 4102-1 B1 · deckend dunkel

  Speziell für Theater- und Bühnenbau entwickelt

  Konstruktionen verschwinden optisch im Hintergrund

  Farbe anthrazit matt; schwarz RAL 9005 mit Überzug

  Lösemittel- und formaldehydfrei

Zum Produkt
 

HENSOTHERM® 2 KS Außen

C-s2,d0 · analog B1 · deckend, wetterfest

  Für Holzfassaden & Außenkonstruktionen

  Für Holzwerkstoffplatten Nutzungsklasse 3

  Kunstharzdispersion, lösemittelfrei

ⓘ  Überzugslack HENSOTOP SB zwingend erforderlich

Zum Produkt+ HENSOTOP SB
Green Product Linie: Alle HENSOTHERM®-Innenprodukte gehören zur Hensel Green Product Linie: Non-VOC, frei von Halogenen, APEO, Boraten und Weichmachern. LEED-, BREEAM- und DGNB-kompatibel.

Typische Anwendungsbereiche

Öffentliche Gebäude

Schulen, Kitas, Verwaltungsgebäude – überall wo B1 vorgeschrieben ist

 

Flure & Fluchtwege

Holzverkleidungen in Bereichen mit Rettungswegfunktion

Holzfassaden

Außenbeschichtung für Wohn- und Gewerbegebäude

 

Sporthallen

Prallwände und Holzdecken mit besonderer Schutzanforderung

Theater & Bühnenbau

Holzkonstruktionen optisch im Bühnenhintergrund unsichtbar machen

 

Bestandssanierung

Nachrüstung von Brandschutz ohne aufwendigen Rückbau

Hinweise zur Verarbeitung

Brandschutzbeschichtungen werden mit Pinsel, Rolle oder im Airless-Spritzverfahren aufgetragen. Für ein dauerhaft wirksames Ergebnis sind folgende Punkte zu beachten:

  1 Untergrund muss frei von Staub, Fett, Wachs, Leimen, Kalk und Öl sein – Altanstriche vollständig entfernen.
  2 Bei stark saugenden Untergründen: Grundierung mit HOLZGRUND AQ vorbehandeln (ca. 100 g/m²).
  3 Mindestplattendicke 12 mm; bei Außenanwendung Rohdichte mindestens 630 kg/m³ einhalten.
  4 Bei einigen Systemen ist ein Überzugslack zwingender Bestandteil der Zulassung: beim 1 KS Innen ist HENSOTOP 84 AF vorgeschrieben, beim 2 KS Außen der HENSOTOP SB. Beim 2 KS Innen weiß und 2 KS Innen schwarz-anthrazit ist ein Überzugslack optional. Bitte jeweils das Systemdatenblatt beachten.
  5 Untergrundeignung und Haftung vor Beginn der Arbeiten prüfen – insbesondere bei Bestandsflächen.

Sie haben Fragen zum richtigen Produkt?

Wir helfen Ihnen bei der Auswahl des passenden Holzbrandschutzsystems – für Innen, Außen, transparent oder farbig.

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