Autolack für jeden Anwendungsfall
Für PKW-Reparaturen empfiehlt sich das Basislack-Klarlack-System mit wasserbasiertem Basislack - es entspricht dem Werksstandard und erlaubt auch Metallic- und Effektfarbtöne. Für Nutzfahrzeuge und Landmaschinen sind dagegen direkt deckende PUR-HS-Lacke oft die wirtschaftlichere Wahl. Für Oldtimer-Restaurierungen stehen spezielle lösemittelhaltige Systeme zur Verfügung, die den Originalcharakter erhalten.
Lacktypen verstehen - was ist der Unterschied?
Zwei grundsätzlich verschiedene Lacksysteme - je nach Anforderung ist eines davon die richtige Wahl.
Der Basislack liefert die Farbe - auch Metallic- und Perlmutt-Effekte. Der Klarlack darüber schützt und bringt den Glanz. Standard in der modernen Kfz-Lackierung. Wasserbasierte Basislacke sind für alle Anwendungen zulässig.
Zum Basislack →Farbe und Schutz in einem Produkt - kein separater Klarlack nötig. Nur für Uni-Farbtöne geeignet. Einfacher in der Verarbeitung, ideal für Nutzfahrzeuge, Reparaturen und Flächen ohne Metallic-Anforderung.
Zu PUR HS Lacken →Klassisches Lacksystem ohne Härter - langsam trocknend, oxidativ härtend. Typisch für Oldtimer-Restaurierungen. Weniger widerstandsfähig als 2K-Systeme, aber authentisch für historische Fahrzeuge.
Zu Kunstharzlacken →Wasserbasierte und lösemittelhaltige Lacke unterscheiden sich in Zusammensetzung, Verarbeitung und gesetzlicher Zulässigkeit. Besonders bei Fahrzeugreparaturlacken gelten klare VOC-Grenzwerte gemäß ChemVOCFarbV.
Geringer VOC-Gehalt - erfüllt die Anforderungen der ChemVOCFarbV für alle Anwendungsbereiche. Standard in professionellen Kfz-Lackierbetrieben. Benötigt HVLP-Spritzpistolen und idealerweise eine beheizte Trockenkabine. Empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit während der Verarbeitung.
Zum Basislack →Enthält mehr als 420 g/l VOC und darf gemäß EU-Richtlinie 2004/42/EG (ChemVOCFarbV) nur in gesetzlich definierten Ausnahmefällen eingesetzt werden. Für Standardreparaturen an PKW ist er nicht zulässig.
- Oldtimer-Restaurierungen mit Sondergenehmigung
- Lackierung von Motorrädern
- Befüllung von Spraydosen (Aerosolen)
- Fahrzeuge der Bundeswehr, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und des Zivilschutzes
- Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes innerhalb von Stadtgebieten
- Industrielackierungen und Sonderanwendungen ohne Fahrzeugbezug
Alle anderen Fahrzeugreparaturlacke in unserem Shop entsprechen den VOC-Grenzwerten der ChemVOCFarbV und sind uneingeschränkt zulässig.
1K und 2K beschreiben, ob ein Lack einen separaten Härter benötigt - das hat großen Einfluss auf Haltbarkeit und Verarbeitung.
Gebrauchsfertig - kein Anmischen nötig. Trocknet durch Verdunstung oder oxidativ. Weniger chemikalienbeständig und kratzfest als 2K. Für einfache Anwendungen, Ausbesserungen und als Kunstharzlack für Oldtimer.
Wird kurz vor der Verarbeitung mit Härter gemischt. Chemische Vernetzung ergibt extreme Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer, Chemikalien und UV-Strahlung. Standard für alle professionellen Fahrzeuglackierungen. Topfzeit beachten.
HS und MS beschreiben den Festkörperanteil - also wie viel vom Lack nach dem Trocknen als Schicht übrig bleibt.
70%+ Festkörperanteil - pro Schicht bleibt mehr Material. Weniger Lösemittel verdampft, dickere Schicht pro Arbeitsgang. Füllstärker, besser für Unebenheiten. Heute der Standard bei 2K-Lacken und Klarlacken.
50-60% Festkörperanteil - dünnflüssiger und besser verlaufend. Mehrere dünne Schichten nötig. Gut geeignet für Spot-Repair und schwierige Geometrien, da es sich besser einarbeitet und angleicht.
PKW Lackierung - So gelingt die Fahrzeuglackierung in Eigenregie
Eine professionelle PKW-Lackierung erfordert eine gründliche Vorbereitung und die richtigen Materialien. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Fahrzeug selbst lackieren - von der Vorbereitung über das Spachteln und Grundieren bis hin zur finalen Decklackierung.
Schritt 1: Untergrundvorbereitung
Eine saubere und fettfreie Oberfläche ist die Grundlage für eine haltbare Lackierung:
- Die gesamte zu lackierende Fläche gründlich mit Mipa Silikonentferner reinigen und entfetten.
- Roststellen und beschädigte Bereiche bis auf das blanke Metall schleifen.
- Die Fläche mit Schleifpapier (Körnung P80 bis P150) trocken anschleifen.
Schritt 2: Spachteln (falls erforderlich)
Um Unebenheiten auszugleichen, empfiehlt sich die Verwendung von Spachtelmassen:
- Füllspachtel: Für grobe Unebenheiten eignet sich der Mipa P 99 Multi Star 2K Polyesterspachtel.
→ Nach der Trocknung mit P80 trocken schleifen. - Feinspachtel: Kleinere Vertiefungen lassen sich mit dem Mipa P 85 PE-Feinspachtel hochweiß korrigieren.
→ Nach der Trocknung mit P150 schleifen.
Anschließend die gesamte Fläche mit P360 bis P400 matt schleifen.
Schritt 3: Grundierung und Füller
Um eine gleichmäßige Oberfläche und dauerhaften Korrosionsschutz zu gewährleisten, erfolgt die Grundierung:
- Besonders bewährt hat sich der Mipa 2K EP-Grundierfiller Epoxidharz Grundierung und Korrosionsschutz.
- Nach der Trocknung die Fläche schleifen:
- 1-Schicht-Lackierung: P400 trocken oder P600 nass.
- 2-Schicht-Lackierung: P500 trocken oder P800 nass.
Schritt 4: Decklackierung - Möglichkeiten
Je nach gewünschtem Endergebnis stehen Ihnen folgende Lackiersysteme zur Verfügung:
4.1 2-Schicht VOC-konform (Wasserbasis + Klarlack)
- Basislack: Mipa WBC Auto Basislack (Wasserbasis).
- Klarlack: Mipa 2K HS Klarlack CC 12. → Basislack ablüften lassen, bis er matt ist (ca. 20 Minuten), anschließend mit Klarlack überlackieren.
4.2 2-Schicht konventionell (Lösemittelbasis + Klarlack)
(Einsatz nur in bestimmten Bereichen wie Oldtimer, Kommunalfahrzeuge, Möbelbau)
- Basislack: Mipa BC Auto Basislack (Lösemittelbasis).
- Klarlack: Mipa 2K HS Klarlack CC 12. → Basislack ca. 15 Minuten ablüften lassen, anschließend Klarlack auftragen.
4.3 1-Schicht VOC-konform (Farblack)
- Farblack: Mipa 2K PUR HS Farblack (Uni-Farbtöne, Nutzfahrzeuge). → Dieser Lack wird direkt als Decklack aufgetragen und eignet sich besonders für Nutzfahrzeuge.
Wichtige Hinweise zur Verarbeitung
- Die Verarbeitungshinweise und technischen Datenblätter der jeweiligen Produkte sind unbedingt zu beachten.
- 2K-Materialien sollten innerhalb von 24 Stunden überlackiert werden. Bei längeren Wartezeiten muss die Fläche erneut mit P240 bis P280 angeschliffen werden.
Passende Produkte für Ihre Lackierung
Hier finden Sie die empfohlenen Produkte direkt in unserem Shop:
| Arbeitsschritt | Produkt | Link |
|---|---|---|
| Untergrundvorbereitung | Silikonentferner | Mipa Silikonentferner |
| Spachteln (Füllspachtel) | Polyesterspachtel | Mipa P 99 Multi Star |
| Spachteln (Feinspachtel) | PE-Feinspachtel | Mipa P 85 hochweiß |
| Grundierung / Füller | Epoxidharz-Grundierfiller | Mipa 2K EP-Grundierfiller |
| Basislack (Wasserbasis) | Auto Basislack | Mipa WBC |
| Basislack (Lösemittelbasis) | Auto Basislack | Mipa BC |
| Klarlack | HS Klarlack | Mipa 2K HS CC 12 |
| Farblack (1-Schicht) | 2K PUR HS Farblack | Mipa 2K PUR HS |