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Spot-Repair Anleitung – Kratzer und Lackschäden am Auto selbst ausbessern

 

Was ist Spot-Repair?

Spot-Repair bedeutet die gezielte Ausbesserung kleiner bis mittelgroßer Lackschäden – ohne das gesamte Bauteil neu lackieren zu müssen. Kratzer, Steinschläge, kleine Dellen oder beschädigte Stellen lassen sich mit der richtigen Vorgehensweise unsichtbar ausbessern und das zu einem Bruchteil der Kosten einer Werkstatt.

Wann lohnt sich Spot-Repair?

Spot-Repair eignet sich für alle Lackschäden die nicht das gesamte Bauteil betreffen – also Kratzer bis auf den Klarlack oder Grundierung, Steinschläge, kleine Roststellen oder Parkrempler. Bei großflächigen Schäden oder durchgerosteten Stellen ist eine vollständige Neulackierung sinnvoller.

Das Ergebnis: Ein unsichtbar ausgebesserter Lackschaden – professionell, haltbar und deutlich günstiger als die Werkstatt. Geeignet für Metall und Kunststoff (Stoßstangen, Spiegel, Spoiler).

ca. halber Tag  |  10 Schritte  |  Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene

Checkliste: Benötigte Materialien

+ MIPA Silikonentferner + Einmaltücher
+ Schleifpapier P80, P150, P240, P360, P400, P800, P1500 + Schleifklotz
+ MIPA 2K EP-Grundierfiller oder Spot-Sealer Spray + MIPA P 99 Polyesterspachtel
+ Basislack nach Herstellerfarbcode + MIPA 2K HS Klarlack
+ Streifenklebeband + Abdeckpapier + Lackierpistole HVLP
+ Polierpaste + Poliermaschine oder Handpolitur + Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Kunststoff (Stoßstange, Spiegel, Spoiler): Bei Kunststoffbauteilen vor der Grundierung einen Kunststoffhaftgrund oder Kunststoffprimer aufbringen. Ohne diesen Schritt haftet der Lack nicht dauerhaft. Außerdem keinen starren Spachtel verwenden – nur flexiblen Kunststoffspachtel einsetzen.

Phase 1 – Vorbereitung

  1

Reinigen und entfetten

Die gesamte Fläche silikonfreisetzen

Die Schadenstelle und den umliegenden Bereich großzügig mit Silikonentferner reinigen. Mit Einmaltüchern in einer Richtung wischen – nie kreisförmig, Tuch nach jeder Bahn wechseln. Wachs, Fett und Silikon müssen vollständig entfernt sein.

Tipp: Nach jedem Schleifgang nochmals mit Silikonentferner abwischen – beim Schleifen können Fette auf die Fläche gelangen.
  2

Schaden anschleifen

Rostschutz und Haftfläche schaffen

Roststellen und beschädigte Lackbereiche bis auf das blanke Metall schleifen – beginnend mit P80, dann P150. Den Übergang zur intakten Lackierung mit P240 weich auslaufen lassen. Schleifstaub mit Druckluft abblasen und erneut entfetten.

Achtung: Den Übergang (Überblendzone) großzügig anlegen – mindestens 10-15 cm in alle Richtungen. Ein zu kleiner Übergang ist später sichtbar.
  3

Abkleben

Umliegende Bereiche schützen

Alle angrenzenden Flächen großzügig mit Streifenklebeband und Abdeckpapier abkleben. Scheiben, Scheinwerfer, Gummidichtungen und Chromteile vollständig abdecken. Die Abklebung sollte außerhalb der geplanten Überblendzone enden.

Phase 2 – Spachteln & Grundieren

  4

Spachteln (bei Dellen)

Unebenheiten ausgleichen

Dellen und Unebenheiten mit Polyesterspachtel auffüllen. Dünne Schichten auftragen – Spachtelmasse schrumpft beim Trocknen. Nach vollständiger Trocknung mit P80 grob schleifen, dann mit P150 bis P240 glätten bis die Fläche plan und bündig mit dem umliegenden Lack ist.

Tipp: Mit einer Schleifleiste oder einem ebenen Schleifklotz arbeiten – so werden Wellen und Hochpunkte sichtbar und lassen sich gezielt beseitigen.
  5

Grundieren

Korrosionsschutz und Haftbasis für den Decklack

Blanke Metall- und Spachtelstellen mit einem 2K EP-Grundierfiller grundieren. Der Grundierfiller schützt vor Korrosion und füllt feine Schleifspuren. Nach vollständiger Trocknung (mind. 24-48 Std.) mit P360 bis P400 fein anschleifen. Erneut entfetten.

Kunststoff: Vor dem Grundierfiller zunächst Kunststoffhaftgrund oder Kunststoffprimer aufbringen – ohne diesen Schritt haftet der Lack auf Kunststoff nicht dauerhaft.

Empfohlene Produkte

2K EP-Grundierfiller

Phase 3 – Lackierung

  6

Basislack auftragen

Farbgebende Schicht in 2-3 Gängen

Den Basislack im Fahrzeugfarbcode in 2-3 dünnen, gleichmäßigen Spritzgängen auftragen. Zwischen den Gängen jeweils ca. 10-15 Minuten ablüften lassen. Den letzten Gang dabei etwas in die Überblendzone hinein sprühen – das ergibt einen weichen, unsichtbaren Übergang.

Wichtig: Den Basislack nicht berühren oder schleifen bevor der Klarlack aufgetragen wird. Vollständig matttrocken warten – bei WBC ca. 20 Minuten, bei BC ca. 15 Minuten.

Empfohlene Produkte

Basislack nach Farbcode
  7

Klarlack auftragen

Schutzschicht und Hochglanz

2K HS Klarlack in 2 nassen Spritzgängen auftragen – etwas großzügiger als den Basislack um eine saubere Überblendzone zu erzielen. Zwischen den Gängen ca. 5-10 Minuten ablüften bis der Klarlack leichte Fäden zieht. Beim Spot-Repair eignen sich besonders Express-Klarlacke (CX-Serie) die schnell trocken und polierbar sind.

Tipp: Den Klarlack in der Überblendzone dünn auslaufen lassen – nicht abrupt aufhören. Die Kante wird später wegpoliert.

Empfohlene Produkte

CX 3 / CX 4 Express-KlarlackAlle Klarlacke

Phase 4 – Trocknung & Politur

  8

Abklebung entfernen und trocknen lassen

Saubere Kanten und ausreichend Trockenzeit

Streifenklebeband und Abdeckpapier noch während der Klarlack frisch ist unter einem flachen Winkel abziehen – so entstehen saubere Kanten. Den Klarlack mindestens 24 Stunden trocknen lassen bevor mit dem Nassschliff begonnen wird. Volle Polierreife erst nach ca. 3-5 Tagen.

Achtung: Kein Waschen, keine Politur und keine Wachse in den ersten 7 Tagen. Der Lack ist oberflächlich trocken, aber noch nicht vollständig ausgehärtet.
  9

Nassschliff

Klarlackkante und Staubkörner entfernen

Die Klarlackkante und eventuelle Staubkörner mit P1500 nass anschleifen – immer mit Wasser und kreisförmig schleifen. Dabei vorsichtig die Kante des Klarlacks abschleifen bis kein Übergang mehr spürbar ist. Mit P2000 nacharbeiten bis die Fläche gleichmäßig matt ist.

Tipp: Mit einem Finger über die Kante fahren – sobald kein Übergang mehr spürbar ist, ist der Nassschliff fertig.
  10

Polieren – Fertig!

Hochglanz herstellen und Übergang unsichtbar machen

Die gesamte reparierte Stelle und den Übergangsbereich mit einer Schnittpolierpaste und Poliermaschine (oder Handpolitur) auspolieren – so entsteht der volle Hochglanz und der Übergang zum Altlack wird vollständig unsichtbar. Abschließend mit einer Finishpolitur und Lackversiegelung schützen.

Ergebnis: Der Lackschaden ist unsichtbar ausgebessert – professionell, haltbar und zu einem Bruchteil der Werkstattkosten.

Häufig gestellte Fragen

Wie finde ich den richtigen Farbcode für mein Fahrzeug?

Den Farbcode finden Sie im Fahrzeugschein oder auf dem Typenschild – meist im Motorraum, in der Fahrertür oder im Kofferraum. Bei uns können Sie den Lack nach Herstellerfarbcode direkt bestellen – individuell für Sie gemischt.

Wann sollte ich zur Werkstatt statt selbst zu reparieren?

Bei durchgerosteten Stellen, großflächigen Schäden über mehrere Bauteile, Schäden an tragenden Teilen oder wenn die Karosserie verformt ist sollte eine Werkstatt aufgesucht werden. Spot-Repair eignet sich für Kratzer, Steinschläge und kleinere Parkrempler.

Kann ich Spot-Repair auch ohne Lackierpistole durchführen?

Für sehr kleine Kratzer sind Füll- und Grundierspray sowie Klarlack in Spraydosen eine Alternative. Das Ergebnis ist bei Sprühdosen jedoch schwieriger zu kontrollieren – für ein wirklich unsichtbares Ergebnis empfehlen wir eine HVLP-Pistole.

Wie lange muss ich nach der Reparatur warten bis ich das Auto waschen kann?

Mindestens 7 Tage warten – der Lack ist nach 24 Stunden hantierbar, aber noch nicht vollständig ausgehärtet. Keine Waschanlagen, keine aggressiven Reiniger und keine Politur in dieser Zeit.

Komplette Neulackierung geplant?

Für eine vollständige PKW-Lackierung haben wir eine eigene Schritt-für-Schritt Anleitung mit allen Lacksystemen, Klarlack-Übersicht und Tipps für Heimwerker.

Zur PKW-Lackierung Anleitung

Bereit für Ihre Spot-Repair?

Alle benötigten Produkte – Grundierfiller, Basislack im Farbcode, Klarlack und Poliermittel – finden Sie bei LACKundFARBE24.de.
Bei Fragen zur Produktauswahl beraten wir Sie gerne persönlich.

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